Vergelt`s Gott an Sr. Paula

Am Samstag, 16. Mai 2020, hat Sr. Paula vom Kloster in Neusiedl am See Abschied genommen. Am Donnerstag davor hat sie die letzte hl. Messe in der Klosterkapelle mitgefeiert. Aufgrund der Corona-Situation war es ein stiller Abschied, der schon seit Ostern vorbereitet war, was ihr diesen Schritt auch erleichtert hat. Ihre Heimat ist nun das Provinzhaus der Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Eisenstadt. Sr. Thekla wird weiterhin im Kloster bleiben, wofür die Klosterschule und auch die Pfarre Neusiedl am See sehr dankbar sind.

Sr. Paula, Marianne Kölndorfer, wurde am 22.12.1935, als Jüngste von vier Geschwistern, in Pamhagen geboren, von denen nur mehr sie am Leben ist. Sr. Paula wuchs in einem sehr religiösen Elternhaus auf. Es war üblich, täglich vor dem Unterricht, den Gottesdienst zu besuchen. Dabei wurden sie und ihre älteren Geschwister von der Großmutter begleitet. Die Eltern arbeiteten in der Landwirtschaft.

Nach ihrer Volksschulzeit in Pamhagen führte sie ihre weitere schulische Laufbahn in das Internat und die Klosterhauptschule Neusiedl am See. Sowohl die religiöse Erziehung im Elternhaus als auch die Neusiedler Schwestern legten den Grundstein für ihr geistliches Leben. Sr. Clementia war ihr als Klassen- und Religionslehrerin ein großes Vorbild.

So wuchs in ihr die Berufung zum Ordensleben heran. Doch zuvor wollte sie einen Beruf erlernen. Sie besuchte in der Kenyongasse in Wien die Bildungsanstalt für Arbeitslehrerinnen, die sie 1955 mit der Befähigungsprüfung abgeschlossen hat.

Im selben Jahr trat sie in die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Eisenstadt ein. Nach zwei Jahren Noviziat legte Sr. Paula ihre Profess (Ordensgelübde) ab.

Ihr erster Arbeitsplatz war Rechnitz, wo sie von 1957 bis 1962 in der Hauswirtschaftsschule unterrichtete. Das Arbeiten mit den jungen Mädchen machte Sr. Paula Freude. Es tat ihr sehr leid, als diese Schule aufgelöst wurde und sie Rechnitz wieder verlassen musste.

So wurde sie in den Bischofshof nach Eisenstadt versetzt, wo sie sechs Jahre in der Kanzlei arbeitete. Das war für Sr. Paula eine große Umstellung, denn es war ein ganz anderes Arbeiten als mit Kindern in der Schule. Trotzdem möchte sie diese Zeit nicht missen.

Endlich gut eingewöhnt, hieß es wieder Abschied nehmen und nach Steinberg in den Schuldienst. Dort unterrichtete sie in der zweijährigen Hauswirtschaftsschule und wirkte elf Jahre auch als Erzieherin im Internat.

1979 wurde Sr. Paula als Oberin in das Kloster nach Neusiedl versetzt. Das war kein leichter Dienst, weil in dieser Zeit große Umbauarbeiten im Haus stattfanden. Sechs Jahre übte sie dieses Amt aus. Damals bestand die Gemeinschaft aus 16 Schwestern, die zum Großteil im Unterricht tätig waren. Es war ein junges Lehrerteam.

In Neusiedl unterrichtete Sr. Paula in der Volks- und Hauptschule Handarbeit. Im August 1997 trat sie in den Ruhestand. Aber von Ruhe war keine Rede, denn Sr. Paula wurde noch einmal für sechs Jahre als Oberin bestellt.

Im Jahr 2004 übernahm die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs die Neusiedler Klosterschule (VS und NMS). Damals lebten noch vier Schwestern im Haus. Seit 2007 wohnten nur noch Sr. Paula und Sr. Thekla im großen Haus. 

Sr. Paula war 41. Jahr in Neusiedl und war eine große Bereicherung für das Leben der Pfarre. Neben ihrem Wirken im Haus St. Nikolaus, dem Mesnerdienst bei Begräbnissen war sie als Lektorin und Kommunionhelferin tätig. Sie stand immer für seelsorgliche und pfarrliche Anliegen und Aufgaben zur Verfügung und feierte die großen Feste des Kirchenjahres mit der Pfarrgemeinde.

Dafür sei ihr ganz herzlich gedankt. Vergelt`s Gott Sr. Paula für das Begleiten vieler Menschen in Neusiedl am See und vor allem für die Verbundenheit im Gebet!

Alles Gute und Gottes Segen wünscht ihr die Pfarre Neusiedl am See!