80. Geburtstag von Helga Kaiserseder

Am Montag, den 25. Mai 2020 feierte die Neusiedlerin Helga Kaiserseder, geb. Weiss, ihren 80. Geburtstag. Im Anschluss an die Abendmesse gratulierte Stadtpfarrer Michael Wüger im Namen des Diözesanbischofs Ägidius Zsifkovics und der Pfarre Neusiedl am See recht herzlich und überreichte gemeinsam mit Michaela Sattler die Geschenke der Diözese sowie der Pfarre.

Die 1940 Geborene besuchte in Neusiedl die Volks- und Hauptschule im Kloster. Nachdem sie bereits mit sechs Jahren ihre Mutter verloren hatte, bedeutete ihr es sehr viel, von Mitschülern und Lehrerinnen freundlich aufgenommen zu werden. Sie hat immer gut gelernt, sodass sie anschließend (von 1954 bis 1956) die Handelsschule der Marienanstalt in Wien besuchte. Sie genoss diese Zeit und hätte gerne in der Großstadt gearbeitet, doch ihr Vater, von Beruf Finanzbeamter, befand sie für zu jung dazu. So ergab es sich, dass Helga Weiss in Neusiedl bei der damals noch kleinen Firma Transporte Böhm einen Arbeitsplatz fand. Am 30. 6. 1956 war für sie Schulschluss, und bereits ab 1. Juli war sie als erste Angestellte im Büro der Firma Böhm tätig. Bis 1977 (mit Ausnahme von zwei Jahren Berufstätigkeit in Wels) arbeitete Frau Kaiserseder bei Transporte Böhm. Sie hat gerne dort gearbeitet, es war wie in einer großen Familie. Besonders Frau Erika Böhm hat sie sehr gefördert und unterstützt.

In ihren Arbeitsbereich fiel die Bilanz- und Lohnverrechnung, und es wurden ihr immer mehr Aufgaben übertragen, sodass sie ohne Steuerberater die Bilanzen legte. Doch die Büroarbeit bedeutete eine starke körperliche Belastung. Deshalb musste Helga Kaiserseder mit 37 Jahren wegen Abnützung des Arm- und Schulterbereiches ihre Tätigkeit bei der Firma Böhm aufgeben. Ihr starkes Gottvertrauen ließ sie auch in dieser Zeit der Trennung von ihrem Ehepartner und des Verlustes ihres Arbeitsplatzes nicht verzagen: Prälat Bauer hat den damaligen Neusiedler Stadtpfarrer Haider angerufen und nachgefragt, ob Helga Kaiserseder dafür geeignet wäre, für die Katholische Frauenbewegung am Bischofshof zu arbeiten. Am 1. Jänner 1978 begann sie ihre Tätigkeit bei der Diözese Eisenstadt. Ihre kirchliche Mitarbeit begann schon 1972 in Neusiedl. Bis 1984 war sie im Pfarrgemeinderat und bei der Kath. Frauenbewegung (KFB). Zwölf Jahre lang war sie Diözesanleiterin der KFB, und von 1996 bis 2001 Vorsitzende der Diözesanen Frauenkommission. Von 1. 1. 2001 bis 31. 12 2010 war sie in der Seniorenpastoral tätig. Weites war sie Arbeitskreisleiterin KFB-Frauenherbst und Diözesane Vertreterin im Landesseniorenbeirat der Bgld. Landesregierung.

Ihr Leben ist getragen von einem stark geprägten christlichen Glauben und der Überzeugung, gemäß ihrer persönlichen Berufung aktiv am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken und in einer engen Gottesbeziehung, getragen durch das persönliche Gebet, ihren Mitmenschen die befreiende und ermutigende Botschaft des Evangeliums sichtbar zu machen.